Ratgeber

Akustik im Großraumbüro: Was wirklich gegen Lärm hilft

Sprachfetzen vom Nachbartisch, klingelnde Telefone, jemand der fünf Meter weiter laut in einen Call brüllt – Lärm im Großraumbüro ist die Volksbeschwerde Nummer eins. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich der Pegel binnen Tagen messbar senken.

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Großraumbüro mit Akustikbaffeln und Wandabsorbern in Salbei und Grau

Die Forschung ist eindeutig: In schlecht akustisch geplanten Großraumbüros sinkt die kognitive Leistung um bis zu 66 %. Vor allem das ständige Mithören fremder Gespräche – sogenannte Sprachverständlichkeit – ist mental anstrengend, weil das Gehirn versucht, jedem Wortfetzen Sinn zu geben. Genau dieser Mechanismus muss unterbrochen werden.

Die drei Stellschrauben der Büroakustik

  1. Nachhallzeit – wie lange Schall im Raum „nachklingt"
  2. Sprachpegel – wie laut Sprache im Hintergrund ist
  3. Sprachverständlichkeit – wie gut man fremde Gespräche versteht

Ziel ist: Nachhallzeit unter 0,6 Sekunden, Sprachpegel niedrig, Verständlichkeit weit weg vom eigenen Arbeitsplatz möglichst gering.

1. An der Decke beginnen – die größte Wirkung pro Euro

Decken sind die größte unbedeckte Fläche im Büro. Akustische Deckensegel und Baffeln bringen meist mehr Wirkung als alle anderen Maßnahmen zusammen. Faustregel: Bei harten Beton- oder Glasdecken sollten mindestens 50 % der Deckenfläche akustisch wirksam sein.

2. Wandabsorber – Sprachpegel und Reflexion senken

Filz- oder Akustikvliespaneele an den Wänden absorbieren Sprachreflexionen. Besonders wirkungsvoll sind sie an Wänden direkt hinter Sprecher:innen – also an Stellen, wo Schall sonst zurück in den Raum reflektiert wird.

3. Trenn- und Pflanztrennwände – Schall blocken

Mobile Stellwände und bepflanzte Trennelemente blockieren direkten Sichtkontakt und brechen Schallwege. Gerade in Open Spaces, in denen sich Konzentrations- und Telefonzonen mischen, sind sie ein effektives Strukturierungstool.

4. Phone Booths – das Konzentrations-Booster

Telefonboxen entkoppeln Calls vom Open Space – das senkt den Hintergrundpegel im gesamten Raum dramatisch. Faustregel: Mindestens 1 Phone Booth pro 8 bis 10 Mitarbeitende. Mehr Infos unter Telefonboxen mieten.

5. Was Pflanzen wirklich bringen

Pflanzen sind kein Akustikwunder, aber auch kein Bluff. Große, dichte Pflanzen können Sprachverständlichkeit um 2–4 % verringern – als alleinige Maßnahme zu wenig, in Kombination mit Absorbern aber sinnvoll.

6. Verhalten gehört dazu

Selbst die beste Akustik scheitert an einer Kultur, in der jeder Call am Schreibtisch geführt wird. Etabliert klare Spielregeln:

  • Calls über 5 Minuten in der Phone Booth oder im Meetingraum
  • Konzentrationszonen explizit als „Quiet Areas" markieren
  • Tonal-Headsets statt Lautsprecher-Calls

So plant ihr Schritt für Schritt

  1. Akustikmessung: Nachhallzeit und Sprachpegel professionell messen
  2. Decke priorisieren: Größte Wirkung pro investiertem Euro
  3. Phone Booths setzen: Calls aus dem Open Space holen
  4. Wandabsorber & Trennwände: Feinjustierung in Hot-Spots
  5. Erfolg messen: Nachmessung nach 4 Wochen, ggf. nachsteuern

Fazit

Akustik ist kein Luxus – sie ist die Basis für Konzentration und Wohlbefinden. Der größte Hebel liegt an der Decke und in Phone Booths. Über Akustiklösungen zur Miete könnt ihr Maßnahmen schrittweise testen, ohne hohe Initialinvestition – und genau die Lösung skalieren, die in eurem Raum messbar wirkt.

Wir messen, planen und liefern. Sprecht uns an.

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